Die Alte Schule




Geschichte des Hauses
Die alte Schule wurde als Fachwerkhaus in zwei Bauabschnitten 1811 und 1909 errichtet und bis in die 1970er als Volksschule genutzt. Dann erfolgte die Schließung. Der gemeinnützige Verein Bildungswerk Leben und Umwelt e.V. (BLU) wurde im März 1980 gegründet und kaufte die Schule, um die “Erarbeitung und Vermittlung von Erkenntnissen auf dem Gebiet des Lebens-, Umwelt- und Naturschutzes“ voranzutreiben - und wird bis heute für Bildungsarbeit im ökologischen und politischen Bereich genutzt. Das Schulgebäude besteht aus drei Klassenräumen, einer Lehrerwohnung und einem großen, ausbaufähigen Dachboden. Es wurde in den Jahren 1981 -1995 weitgehend in Eigenarbeit durch Vereinsmitglieder innen und außen umgebaut und teilrenoviert.
Ausstattung
Das Bildungshaus ist nur begrenzt Behindertengerecht. Barrierefreiheit besteht beim Zugang zum Haus, die Toilettenanlagen sind jedoch eng und für Rollstuhlfahrerinnen wenn, dann nur begrenzt nutzbar. Im Erdgeschoss befinden sich Toiletten und Duschen. Das Haus verfügt über einen großen Ess- und Aufenthaltsraum incl. Küche (Selbstverpflegung) und einen Leseraum mit Bibliothek. Die Bibliothek ist jederzeit auch für Nichtmitglieder geöffnet. Bücher können gebührenfrei ausgeliehen werden. Der Bestand umfasst ca. 2000 bis 2500 Bücher.
Zentralheizung ist in allen Räumen vorhanden. Weitere Zimmer können im Dorf angemietet werden. Mit Ausnahme des sanitären Bereichs und der Küche, die verhältnismäßig gut ausgestattet sind, haben wir weitgehend auf den Komfort "moderner" Tagungshäuser verzichtet. Dafür bieten wir eine "alternativ-gemütliche" Atmosphäre.
Ökologie
Gemäß unserem ökologischen und politischen Gesamtkonzept ist es unser Bestreben, auch im Tagungshaus-Betrieb Energie einzusparen, regenerativ zu gewinnen und Müll zu vermeiden.
Wir freuen uns über jede/n, die/der diesen Grundgedanken nicht völlig abgeneigt ist und Lust hat, uns zu besuchen und vielleicht sogar mitzumachen, das Haus zu erhalten und mit Leben zu füllen!
Buchung
Die Buchungen nehmen wir gerne entgegen. Es empfiehlt sich, spätestens ein halbes Jahr vor dem Veranstaltungstermin zu buchen. Falls dieser Termin schon überschritten wurde, lohnt sich aber dennoch die Nachfrage - manchmal findet sich auch kurzfristig noch die eine oder andere Möglichkeit, auch wenn es dann nicht unbedingt der Wunschtermin ist.
Spenden
… können wir natürlich immer gut gebrauchen, gerade weil die Instandhaltung eines Fachwerkhauses selbst bei einem hohen Anteil von Eigenleistung ziemlich kostenintensiv ist.
Unser Spendenkonto: BLU e.V.,
Kontonummer: DE 55 2626 1693 0025 0112 00
Verwendungszweck: Spende BLU e.V. Fredelsloh.
Die Spende ist steuerlich absetzbar, da das BLU anerkannt gemeinnützig ist. Eine Spendenquittung stellen wir gerne aus.
Historie
Die Fredelsloher Schulchronik
(Quelle: 850 Jahre Fredelsloh/von Fritz Both, Fredelsloh)
Seit jeher ist die Schule neben dem Elternhaus der wichtigste Faktor für die Bildung und Erziehung der Jugend. Wann die älteste Schule - es hat im ganzen drei Schulgebäude gegeben - in Fredelsloh erbaut worden ist, lässt sich nicht genau fest-stellen. Aber 1637 wird der Schulmeister erwähnt, der vom Kloster seinen Unterhalt erhält. Es hat also schon zu dieser frühen Zeit in Fredelsloh eine Schule und Schulunterricht gegeben. Im Fredelsloher Kirchenbuch gibt es dann folgende Eintragung: "1688, den 29. Oktober, ist der Schulmeister Johannes Portz gegen Abend verstorben". Die nächsten Schulmeister waren ab 1693/1699 Wilhelm Kleinschmidt, Johann Heinrich Krüger und um 1708/1740 Andreas Hermann Rentz. Er hat der Klosterkirche ein Taufbecken aus Messing gestiftet mit der Inschrift: "A.F.“ Rentsch anno 1722" (Schulchronik S.60).
Das kurfürstliche Konsistorium, dem die Schulen damals unterstanden, hat von Anfang an großen Wert auf die elementare Ausbildung der Schüler gelegt. Seit 1795 muss der Pastor alle halben Jahre einen Kirchen- und Schulbericht einreichen. In dem Fragenkatalog will die Behörde wissen, wie die Kinder behandelt werden, ob sie sich an das Hochdeutsch gewöhnt haben, wie weit das Kopf- und Tafelrechnen gelehrt und auch "akkurat buchstabiert, richtig und mit Ausdruck gelesen" wird und manches andere. Die Bemühung um die Didaktik und den Schulunterricht sind in den Anfängen der Schule recht erstaunlich. Auch die Zahl der Schulkinder ist groß. Im 1. Halbjahr 1797 sind es 49 Knaben und 44 Mädchen = 93 Schüler. Über die Lehrer musste ebenfalls berichtet werden. Der Pastor kann 1798 von Lehrer Friedr. Wilhelm Bärner und dem Espoler Lehrer nur Gutes melden.
Sie "sind fleißig, treu, ordentlich und folgsam, betragen sich gegen die Gemeinde höflich, liebreich, wohlanständig". Beide haben schon eine Seminarausbildung absolviert.
Die ganz alte, wahrscheinlich die 1. Schule in Fredelsloh, war ein kleines Gebäude mit niedrigen Räumen und stand dicht an der Klostermauer wahrscheinlich da, wo sich seit 1909 der Holzstall der ersten Schulstelle und die Abortgebäude befanden. Friedr. 9 Gr. Jedes Kind muß ein Antrittsgeld zahlen, das seit langem 4 Pf. beträgt. Es wird wird auch ein Schreibgeld von 4 Gr. 6 Pf. erhoben. Für die "notorisch 12 armen Kinder" wird das Schulgeld aus der Armenkasse bezahlt. Damit die Kinder schreiben lernen, wird ein Schreibgeld für den Lehrer erhoben. Dazu schreibt Rehberg: In neuester Zeit "haben sich einige Eltern geweigert, ihre Mädchen im Schreiben unterrichten zu lassen. Sie wollen das Schulgeld sparen und behaupten, daß sie gesetzlich nicht gezwungen werden können, sie zum Schreibunterricht zu Schicken.
Anders sei es mit den Knaben.
Die hätten seit mehr als 6o Jahren das Schreiben gelernt und das Schreibgeld an den Lehrer gezahlt. Für die Mädchen war also das Schreiben können nicht nötig!
Für den Lehrer besteht keine Schulbibliothek. Aus der Armenkasse sind 8 Bibeln und 12 Katechismen für die armen Kinder angeschafft. Für sie sind 3 Schiefertafeln vorhanden. Außerdem wird für sie jährl. Schreibpapier für 8 Pfennig verteilt.
Es gibt keinen Schulschrank. Der Lektionsplan wird vom Ortspastor und Lehrer gemeinschaftlich beraten und im Schulzimmer angeschlagen. Moantl. findet eine Schulkonferenz statt. Für die Feuerung erhält der Lehrer aus der königl. Forst 1,5 Klafter Buchenholz. Von Johannis bis Michaelis muss jedes Kind, das zur Schule kommt, einen sog. "Schulsplitter" mitbringen oder 8 Pf. zahlen. Die Schulverhältnisse sind ziemlich bedrückend.
Für die Bildung wurde schon damals nicht viel ausgegeben, ähnlich wie in unserer Zeit.
Der Unterricht dauert von 8-4 Uhr nachmittags. Zum Lehrplan gehören: Religion und Unterricht im Landeskatechismus, Bibellesen, Buchstabenkenntnis, Kopf- und Tafelrechnen, Liedersingstunde, Verlesen kleiner Geschichten und darüber sprechen. Es war also für Lehrer und Schüler ein langer Tag.
Deshalb sieht der Schulvorstand die Errichtung einer 2. Schul-stelle als wünschenswert an und berät 1851 über den Neubau einer
2. Schule. Ein Bauriß und eine Kostenrechnung von 1372 T. werden aufgestellt. Bauermeister Dörnte soll beides sorgfältig prüfen und spezielle Vorschläge zum Besten des Neubaus machen.
wilh. Bärner war von etwa 1770 - 1815 Lehrer an der hiesigen Schule. Er betrieb daneben Landwirtschaft und kaufte sich einen kleinen Ackerhof. Er befand sich etwa auf dem Grundstück, auf dem heute das Haus von R.Herbst steht. Lehrer Barner verlegte die Schulstube in sein eigenes Haus. Als sein Sohn Ludwig heiratete wurde das Haus für 2 Familien und die Schule zu klein.
So mußte die Gemeinde 1818 ein neues Schulhaus bauen. Es war also die 2. Schule in Fredelsloh. Man kann sie, von Süden her gesehen, am heutigem Schulgebäude ganz deutlich erkennen, nämlich links von dem höheren Anbau. 1824 wird berichtet, daß die Schule in gutem Zustand ist.Das Schulhaus ist fast neu und bequem eingerichtet. Die Schulstube ist groß und gesund. Die Zahl der Schulkinder beträgt 128. Im Jahr 1838/39 sind es schon 216. Die Geburtenzahl ist beträchtlich. In den Jahren von 1828 - 1851 wurden in Fredelsloh 1165 Kinder geboren. Das ergibt einen Jahresdurchschnitt von 48 Kindern. Die niedrigste Geburtenzahl ist 35 im Jahr 1829, die höchste 64 im Jahr 1849. Wenn man auch die höhere Sterblichkeit bei Kindern damals berücksichtigt, so ist doch der Zuwachs in den Familien und auch für die Schule groß.
Mit dem Lehrstoff und den Kenntnissen scheint es aber zu hapern.
Denn Pastor Meyer berichtet 1834, daß darin ein"großer Mangel" herrscht. Von Physik, Geographie und Geschichte wissen die Kinder nichts, und das hat seinen Grund in der Überfüllung der Schule. Darunter leidet der Unterricht.
Aus dem Jahr 1839 haben wir durch das "Repertorium (Verzeichnis) über Geschäfte, Einnahmen und sonstige Angelegenheiten der Küster-und Schulstelle Fredelsloh" von dem Interimslehrer J.F.L. Rehberg einen interessanten Bericht über die Schulverhältnisse Zur Schule gehören 1,5 Morgen Ackerland am Strange, 1 kleiner Garten am Hause, 1 größerer am Strautwege (18 Ruten), 1 Garten am Hainberg (90 Ruten).
Aber das Land ist schlecht. Die Schulstube ist 8,15 m lang, 6,25 m breit und 3,25 m hoch. An Licht fehlt es nicht. Der Fußboden ist gediehlt. Für die fast 200 Kinder ist sie aber zu klein und sollte vergrößert werden. Die Kinder vom Tönnieshof, vom Forsthaus Dicklinge und von der Holzmühle müssen nach hier zur Schule kommen, es sei denn, daß sie einen Privatlehrer haben. Das Schulgeld beträgt von Michaelis bis Ostern pro Kind.
Der Schulgemeinde soll die Notwendigkeit des Neubaus Klargemacht werden. Riß und Kostenanschlag werden dem königl. Konsistorium in Hannover zur Genehmigung übersandt. Der Schulbau soll bis Michaelis 1853 fertig sein. Bis dahin soll ein Schullokal angemietet werden. Der Neubau der 2. Schule beginnt auch, wird aber erst 1854 fertig. Die neue Schule ist ein einstöckiges Haus aus Eichenfachwerk. Sie enthielt bis 1909 das Klassenzimmer und die Wohnung für einen ledigen Lehrer im Erdgeschoß.
Der Schulraum war 6,24 m lang, 6,38 m breit und 3,10 m hoch. Die ersten Lehrer an der 2. Schule waren Klepper und Burgdorf.
Zum Schulvorstand, der aufgrund des Gesetzes vom 14. Oktober 1849 gewählt wurde, gehören Pastor Kupfer, Heinrich Dörnte, Carl Dreyer, wilh. Dörnte als Bauermeister und Lehrer A.Kracke.
Von ihm wird im Verzeichnis der Schulaspiranten des Jahrgangs1848/49 gesagt:
"Kracke besitzt sehr gute Anlagen als Lehrer... und ist im Denken geübt, besitzt eine sehr gute Lehr-gabe... und in der Schule Autorität, weiß sich die Liebe der Kinder zu erwerben und arbeitet mit Eifer und Erfolg in seinem Amte". Daß ist ein gutes Zeugnis für einen Lehrer.
Beide Schulhäuser stehen heute noch. Die 1. Schule (von 1818) ist in dem Anbau das schöne, große Fachwerkgebäude. Die 2. Schule ist die spätere Lehrerwohnung.
Die Dotierung der 2. Lehrerstelle von 1855 ist für den Schulvorstand ein schwieriges Problem. Fredelsloh ist eine arme Gemeinde. Es gibt hier in jener Zeit 74, im Jahr 1876 aber schon 100 arme Häuslingsfamilien. Der Satz des Schulgeldes für 1 Kind in der 1. Klasse beträgt 15 Gr. 6 Pf., in der 2. Klasse 11 Gr. 6 Pf.
Der Schulvorstand beantragt, daß das königl. Konistorium aus Landesmitteln das Gehalt für den 2. Lehrer zahlt. Er soll nicht unter 90 T. im Jahr haben. Für beide Lehrer hält der Schulvorstand 1876 250 T. im Jahr für "völlig ausreichend". 1862 wird das jährl. Schulgeld für arme Kinder auf 4 T. 11 Gr. 3 PF. festgesetzt, was längst nicht alle aufbringen konnten. Die Besoldung der 2. Lehrerstelle macht neben der Unterhaltung der Schulgebäude dem Schulvorstand ständig Sorge, und es gibt deswegen ein dauerndes Gerangel mit der Behörde.
Die Schulferien werden nach den Erfordernissen der Landwirtschaft vom Elternrat angesetzt und bei der Behörde beantragt.
Sie gelten wie folgt:
Weihnachten und Ostern je 10 Tage, Pfingsten 4 Tage, zum Kartoffelhacken 7 Tage, für die Getreideernte (vom 8.8. an) 21 Tage, für die Kartoffelernte (vom
15.9. an) 21 Tage, im Frühjahr und Herbst je 2 Tage zum Laubholen für die Streu.
Das sind insgesamt 12 Wochen und 1 Tag. Inzwischen war die 1. Schule für die wachsende Schülerzahl zu klein geworden, sodaß der Schulvorstand am 23. Februar 1862 beschloß, das Schulgebäude auf der ganzen Breite nach Osten um 8-9 Fuß in beiden Stockwerken zu verlängern. Doch die Sache zog sich hin, und erst 1865 wurde mit dem Erweiterungsbau um 13 Fuß begonnen. Der Fredelsloher Mauerermeister Wedemeyer bekam den Bauauftrag für 642 Rt. 2 Gr. 4 Pf. 1889 wurde an der Nordseite ein neuer Eingang für die Schulkinder angebaut. Ab 17. Oktober 1886 wurde Louis Brennecke aus Barbis/Harz als 1. Lehrer angestellt. Vom 1. Juli 1909 an war er Hauptlehrer.
Die 1. Lehrerstelle war mit dem Kirchendienst verbunden, sodaß Brennecke zugleich Lektor und Organist war. Er war ein bedeutender Lehrer, bei dem die alten Fredelsloher, die jetzt noch leben zur Schule gegangen sind. Er wirkte 39 Jahre an unserer Schule. Am 1. Januar 1925 trat er in den Ruhestand. Er hat auf unserem Friedhof seine letzte Ruhestätte gefunden. Durch Beschluß des Provinzialrates Hannover vom 3. April 1906 wird die 3. Lehrerstelle an der Schule eingerichtet.
Das war notwendig, denn in jenen Jahren wurden rund 220 Kinder von 2 Lehrern unterrichtet. Der Schulvorstand sieht die Schwierigkeiten wohl ein. Aber bei der Finanzierung will er nicht mit-machen. Von den Mehrausgaben für die 3. Stelle in Höhe von1309M. werden 1000 M. vom Staat übernommen. 328 M. soll der Schulverband Fredelsloh aufbringen. Doch er erklärt dem Kreisausschuss, daß er dazu nicht in der Lage ist und legt Beschwerde ein, weil "die wirtschaftlichen Verhältnisse der meist aus armen Arbeitern bestehenden Gemeinde in den letzten Jahren immer mehr zurückgegangen" sind ( so Pastor Dreyer in der Beschwerdeschrift). Die Beschwerde gegen den Beschluss des Kreisausschusses wird aber vom Provinzialrat zurückgewiesen, sodaß der Schulverband die 3. Lehrerstelle schließlich übernehmen muß.
Im Jahr 1881 wird die 1. Handarbeitslehrerin angestellt, um die Mädchen in der praktischen Handarbeit zu unterrichten. Sie erhält eine Vergütung von 129 M. für die 43 Unterrichtswochen zu je 4 Sta. Das sind 172 Sta. im Jahr. Der Schulvorstand sieht das Entgelt als "nicht zuviel, ja mäßig" an. Die Handarbeitslehrerinnen werden meistens von den Ehefrauen der Lehrer gestellt.
Zum Schulvorstand gehören 1908 folgende Mitglieder:
P. Dreyer Vorsitzender, Gemeindevorsteher Rathing als sein Stellvertreter. Die gewählten Mitglieder sind:
Handelsmann Heinrich Sieghan, Hofbesitzer Wilh. Behrens, Landwirt Wilh. Herwig, Ackermann Heinr. Pramann, Zimmer-polier August Fischer, Hofbesitzer Heinrich Dörnte und Louis Brennecke als Lehrer.
1908/9 leistet der Staat für die 1. Schulstelle 500 M., für die 2. 300 M. und 3. 200 M. = 1000 M. Zuschuss. Dazu kommt ein widerruflicher Ergänzungszuschuss für die 3. Lehrerstelle von 1000 M.
Um der steigenden Schülerzahl gerecht zu werden und einen bildungsgerechten Unterricht zu gewährleisten, wurden zwei große Klassenzimmer an der Ostseite des alten Schulhauses von 1818 angebaut und am 17. Oktober 1909 feierlich eingeweiht. Die Baukosten betrugen 19086,50 M. Es standen jetzt 3 große Klassen zur Verfügung.
Die bisherige 3 klassige Schule mit 2 Lehrern wurde jetzt eine 4 klassige mit 3 Lehrern (Schulchronik S. 78f, 128) •Der Schulvorstand beschließt 1910, der Wasserleitungsgenossenschaft beizutreten und zahlt 700 M., die vom Staat als Baubeihilfe zur Beschaffung von Wasser für die Schule gegeben werden. Die Wasserleitungsgenossenschaft verpflichtet sich, die Wasserleitung auf das Schulgrundstück mit 4 Kränen nach Angabe des Schulvorstandes kostenfrei zu legen.
Die Realgemeinde wird um Erlaubnis gebeten, das Schützenzelt auf dem Hainberg als Turnhalle für die Schule zur Verfügung zu stellen. Größere Turngeräte, die von der Schule angeschafft wurden, sollen ebenfalls dort untergestellt werden. Der Schulsport ist also im Gange.
Auch eine elektrische Lichtanlage wird von der technischen Abt. der Landwirtschaftskammer in Hannover 1919 angelegt. Für jede Lehrerwohnung werden 6 feste und 1 bewegliche Lichtanlagen installiert. Die 1. Klasse erhält 3 feste Leuchtkörper.
Am 25. April 1919 wird Adolf Reese als 2. Lehrer angestellt.
Hauptlehrer ist Louis Brennecke. Seine Schulstelle ist zugleich mit dem Kirchendienst verbunden, dessen Umfang 1923 festgelegt wird. Er schließt Organisten- und Lektordienst und die Vertretung des Pastors in dessen Urlaub oder Krankheitsfall ein. Dazu hat der Organist 8 mal jährl. am Sonntag die Nachmittagskatechese zu halten.
Die Schulreinigung erfolgt ab 1924 nach den amtl. Vorschriften. Sie wird Heinr. Ropeter übertragen. Hauptlehrer Brennecke, ein "treuer und gewissenhafter Lehrer", tritt 1925 in den Ruhestand. Die 1. Lehrerstelle soll einstweilen nicht besetzt werden. Die Dienstwohnung wird Lehrer Otto Miehlke bis zur Wiederbesetzung der Hauptlehrerstelle zugewiesen unter der Bedingung, dass er den Organistendienst übernimmt, den inzwischen Lehrer Reese versehen und jetzt abgegeben hat. Im Jahr 1928 soll die Hauptlehrerstelle mit Lehrer Miehlke besetzt werden. Diesem Vorschlag stimmt der Schulvorstand zu. Er war in der Stellenordnung der 3. Lehrer und 1 Jahr später als Lehrer Adolf Reese an die hiesige Schule gekommen. Sein Heimatdorf war Jastrow/Westpr. und wurde am 1.6.1920 in Fredelsloh angestellt. Im Januar 1933 ging er dann nach Edemissen.
Die Vermögensauseinandersetzung zwischen Schule und Kirche ist 1931 noch nicht durchgeführt. Vorbereitende Besprechungen laufen an. Pastor Councler hält im Schulvorstand ein Referat über die historische Entwicklung der vereinigten Schul- und Kirchenämter. Der Schulvorstand ist der Ansicht, dass die Sache ohne Gerichtsverhandlung möglich sein wird. Schul- und Kirchenvorstand halten angesichts der geringen Vermögenswerte eine Trennung der Ämter und des Vermögens z.Zt. für "untunlich". Die Vermögenstrennung wurde schließlich 1933 durchgeführt.
Von 1910-1945 besteht in der Schulchronik eine große Lücke, so dass über die schulischen Verhältnisse nicht berichtet werden kann. Nach dem 2. Krieg beginnt die Schulgeschichte gleich mit einem schlimmen Ereignis. Am 28. März 1945 fielen in der Nähe der Schule 2 Bomben, die beinahe die Schule ganz zerstört hätten (s.u.). In jener Zeit ist nur ein Lehrer dafür mehr als 100 Kin-der. Da die Klassenzimmer durch den Fliegerangriff z.T. nicht zu benutzen sind, wird 1947 ein Klassenraum im Klosterhaus eingerichtet. Die "Klosterklasse" bleibt dort bis 1964. Durch die Vertriebenen wächst die Zahl der Schulkinder auf mehr als 200 an. Ab 1962 beträgt die Schulzeit 9 Jahre.
Die Schule konnte erst 1948 wieder in Betrieb genommen werden.
Das Gebäude hatte durch den Bombenangriff schwer gelitten und war vom Verfall bedroht. Dazu kam, dass Ziegel, Türen, Fenster-rahmen, Dielen, Schränke und sogar Lehrbücher entwendet wurden.
Das Dach wurde 1946 wieder eingedeckt. Vom Frühjahr 1947 ab begannen langsam die Erneuerungsarbeiten. Als sie fertig waren, wurde die Schule durch eine schlichte Einweihungsfeier wieder ihrer Bestimmung übergeben.
Aber damit beginnt auch schon ihr Ende. 1962 geht das 9. Schuljahr zur Mittelpunktschule Moringen über, 1965 folgt das 7. und 8. Schuljahr. Das 1.-6. Schuljahr mit 114 Kindern bleibt bis 1977 bestehen und wird dann nach Moringen überführt.
Erster Lehrer ist seit 1938 Albert Wegener, zugleich auch Oranist. Er hat sich um unser Dorf sehr verdient gemacht. Im Jahr 1945 kommt Lehrer Alfred Teich (Niederschlesien) an unsere Schule und 1947 Eugen Tischler (Ostpreußen). Beide sind später Hauptlehrer. Der letzte Lehrer, der die Grundschule bis zu ihrem Ende geleitet hat, war Hauptlehrer Wilh. Zierer. Er war in Lüderitzburg in Deutsch-Südwest-Afrika geboren und kam von Wachenhausen hierher,um am 1. Aug. 1974 die Leitung der Schule zu übernehmen. Er brachte den Schülern die musischenKünste nahe, so das Flöten- und Schachspiel und vor allem das Schwimmen. Diese Fächer wurden in den Unterrichtsplan aufgenommen. Der Schwimmunterricht fand im Hallenbad Kalefeld statt.Es beteiligten sich viele Schüler und auch Erwachsene daran.
Als Hauptlehrer Zierer in den Ruhestand trat, hörte die Fredelsloher Schule nach 300 Jahren auf zu bestehen (Schulchronik S. 255f, 265 ff) .1975 zog der Kinderspielkreis in die Klasse im westl. Erdgeschoß ein. Im Sept. 1981 mietete der Verein "Werk- Statt-Schule" vom "Bildungswerk Leben und Umwelt" Göttingen die übrigen 2 Klassenräume, um eine alternative Bildungskonzeption mit arbeitslosen Jugendlichen in die Wirklichkeit umzusetzen. Das geschieht in Kursen, Seminaren und Kontaktgesprächen.
Es folgt noch eine kleine Liste von Lehrern aus den letzten 60 Jahren:
Otto Miehlke 1920-33
Albert Wegener 1938-52 1. Lehrer und Organist
Eugen Tischler (Ostpreußen) 1947-64, ab 1956 Haupt-lehrer
Alfred Teich (Niederschlesien) 1945-56 Hauptlehrer
Siegfried Fettig 1956-63
Hans Günter Behrens 1958-64
Ernst Ziems 1964-74 Hauptlehrer
Klaus Battermann 1965-69
Wilhelm Zierer 1974-77 Hauptlehrer
Aus der Reihe der Lehrerinnen sind hauptsächlich zu nennen:
Emmy Peperkorn (1943-45), Brigitte von Woedtke (1949-53) / Ingrid Wexel (1953-61), Elfriede Talazko (1960-64), Helga




